Am 31. März 2005 starb Terri Schiavo in St. Petersburg, Florida. Seit ihrem schicksalhaften Unfall 1990 lag sie im Wachkoma, unbeweglich und starr. Schon kurz nach Beginn ihres irreversiblen Zustandes wurde klar: Terri würde nie wieder aufwachen. Jahrelang klammerten sich ihre Eltern und ihr Ehemann an die letzten Hoffnungsstränge. Terri durchlief in ihrem Koma zahlreiche Therapien und Behandlungen – alle erfolglos.
Schon zu Lebzeiten hatte Terri es schwer. Sie erkrankte an Bulimie, und ein folgender Kaliummangel führte zu einem zeitweiligen Herzstillstand. Ihr Gehirn wurde nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, und Terri verlor das Bewusstsein. Für Michael, ihrem Mann, begann eine fünfzehnjährige Leidenszeit. Er fand sie bewusstlos auf dem Boden ihres Hauses und rief sofort den Notarzt. Die folgenden 16 Tage und Nächte verbrachte er an ihrem Krankenbett und hoffte auf ein Wunder. Einen Monat später schlug Terri die Augen wieder auf, aber die neu aufkommende Hoffnung wurde schnell zerstört. Die Diagnose: ein dauerhafter, irreversibler vegetativer Zustand.
Für die nächsten Jahre war der Zustand der Schindlers, Terris Eltern, und Michaels geprägt von ständiger Hoffnung und wiederholten Enttäuschungen. Aufopferungsvoll kümmerten sie sich um Terri – oder das, was von dem einst lebensfrohen Mädchen übrig geblieben war. Doch schon bald wurde der familiäre Zusammenhalt auf die Probe gestellt. Michael Schiavo gewann einen langwierigen Prozess gegen Terris Gynäkologen, der den Kaliummangel übersehen hatte. Es war ein kleiner Trost im großen Schmerz. Er erhielt eine Million Dollar, wovon 700.000 Dollar in einen Fonds für Terri gingen, während Michael 300.000 Dollar behielt. Am 14. Februar 1993, drei Jahre nach Terris Unfall, begann der Streit zwischen der Familie und Michael. Während des Valentinstags verbrachten sie Zeit mit Terri, doch bald standen sie sich als Gegner gegenüber. Robert Schindler, Terris Vater, warf Michael vor, das Geld nicht für weitere Therapien zu nutzen. Michael hingegen erklärte später vor Gericht, Robert habe einen Teil des Gewinns für sich beansprucht. Der Streit eskalierte und endete sogar mit geworfenen Stühlen. Vor Gericht versuchten die Schindlers, Michael die Vormundschaft über ihre Tochter zu entziehen – ohne Erfolg. Der 14. Februar sollte der letzte Tag sein, an dem die Familie gemeinsam an Terris Krankenbett stand.
Fünf Jahre später, im Mai 1998, beschloss Michael Schiavo, seine Frau in Würde sterben zu lassen. Seiner Aussage nach hätte dies ihrem Wunsch entsprochen. Nach dem Tod seiner Großmutter 1988, die nach einem Unfall versehentlich wiederbelebt worden war und ihre letzten Wochen an Maschinen verbrachte, soll Terri zu Michael gesagt haben: „Nicht mit mir. Wenn ich jemals in diese Situation kommen sollte, zieh den Schlauch.“ Michaels Bruder Scott bestätigte diese Aussage.
Michael Schiavo hatte inzwischen eine neue Partnerin, Jodi, mit der er zwei Kinder bekam. Die acht Jahre, die zwischen Terris Unfall und Michaels Sterbehilfeantrag lagen, führten jedoch zu Zweifeln. Bis heute antwortet Schiavos Anwalt auf die Frage „Warum erst acht Jahre später?“ stets mit der Erklärung, Michael habe lange mit sich gerungen, ob er egoistischerweise gegen den Wunsch seiner Frau handeln solle. Schließlich sei er zu dem Schluss gekommen, dass er ihren Willen erfüllen müsse.
Man muss Michael jedoch einige Punkte zugutehalten. Hätte er bloß seine Ruhe oder finanzielle Vorteile gewollt, hätte er dies leichter erreichen können, als in einem so christlich geprägten Land um Sterbehilfe zu kämpfen. Nach seinem Beschluss, die lebenserhaltenden Maßnahmen abzustellen, brach eine Welle des Widerstands über ihn herein. Von Drohbriefen bis hin zu Kopfgeldangeboten – selbst eine Million Dollar wurde ihm von einem christlichen Geschäftsmann für die Weiterführung der lebenserhaltenden Maßnahmen geboten. Doch Schiavo lehnte die gesamte Summe ab und beharrte weiterhin auf den Wunsch seiner Frau nach Würde und Sterbehilfe. Auch im Kampf um die Vormundschaft für Terri ließ er nicht nach und kümmerte sich weiterhin um seine Frau. Hätte er das Sorgerecht einfach an die Schindlers abgegeben, wäre Ruhe in sein Leben eingekehrt. Stattdessen kämpfte Michael weiter.
Auch die Schindlers gaben nicht auf. Ihre stark christliche Weltanschauung widersprach dem Wunsch ihrer Tochter, und sie wandten sich gegen die Sterbehilfe. Mit allen Mitteln versuchten sie, ihre Tochter zu retten. Zusammengeschnittene Videos mit Röcheln und Zuckungen ihrer Tochter wurden veröffentlicht, um das noch vorhandene Leben in Terri zu beweisen. Auf Bitten der Schindlers diagnostizierte der stark christliche Arzt William Cheshire Terri einen minimalen Bewusstseinszustand – ohne die Patientin jemals persönlich gesehen zu haben. Der Fall ging in die Medien, und erzkonservative Gruppen wie der Family Research Council äußerten sich dazu und verglichen Terris möglichen Tod durch das Abschalten der Versorgung mit dem Opfertod Jesu.
Terris Körper erlebte letztendlich drei Anordnungen zur Einstellung der künstlichen Ernährung. Jedes Mal wurde dies wenige Tage später widerrufen, und die Ernährungssonde wurde erneut eingesetzt. Der Kampf um Terri wollte kein Ende nehmen. Mittlerweile kannte jeder in den Vereinigten Staaten ihren Namen und ihre Geschichte. 2005 erlaubte Richter Greer schließlich die Einstellung der Ernährung. Die republikanische Partei des Kongresses verfasste im Eilverfahren einen Gesetzentwurf, um das Urteil rückgängig zu machen und den Fall an ein Bundesgericht weiterzuleiten. Der Senat stimmte zu, und in einer eisigen Nacht unterzeichnete Präsident Bush das neue Gesetz. Doch bald wendete sich das Blatt gegen die konservativen Vertreter des Landes. Ein Bundesrichter verkündete das endgültige Urteil: Terri Schiavo sollte nach fünfzehn Jahren endlich zur Ruhe kommen. Am 24. März 2005 starb Terri Schiavo durch die Einstellung der lebenserhaltenden Maßnahmen.
Der Fall „Terri“ ist bis heute ein kontrovers diskutiertes Thema. Er zeigt die dünne Grenze zwischen Leben und Tod, richtig und falsch, Schwarz und Weiß. Terris Schicksal steht für eine Debatte über moralische Prinzipien und Interessen. Ihr Fall gilt bis heute als Symbol für die Endlosigkeit ethischer Debatten und wird dies wohl noch lange bleiben.
Wie seht ihr die ganze Sache? Würdet ihr Sterbehilfe als moralisch richtig oder falsch beurteilen?
Antworten
@DichterDenker
Immanuel Kant
Wenn man sich eine Meinung über den ethischen Aspekt der Sterbehilfe und in diesem Fall Terris Schicksal bilden möchte, sollte man sich drei zentrale Fragen stellen: Dürfen Menschen eigenständig entscheiden, wo und wann sie sterben? Haben diese Menschen ein Recht auf Hilfe, um ihren Wunsch zu erfüllen? Dürfen oder müssen ihre Mitmenschen, in bestimmten Situationen, diese Entscheidung für sie treffen? All diese Fragen bauen aufeinander auf. Wenn man Frage eins nicht mit Ja beantwortet, wird dies für die zweite Frage wohl kaum der Fall sein.
Zunächst sollten wir die “Grundbedingungen” bezüglich meiner Meinung klären: Die Vernunft ist das primäre Element in der Ethik. Es geht nicht um deine Erfahrungen oder subjektive Empfindungen und Werte. Ethik ist die Begründung unserer Normen und Werte. Einfach ausgedrückt: “Was sollen wir tun?”. Seit der Schulzeit wissen wir, Begründungen basieren immer auf der Vernunft (für das einfache Verständnis werden wir Vernunft mit dem Wort Logik ersetzten), also auf einer logischen Erklärung. Auch die Ethik ist hier keine Ausnahme. Aufgrund dessen, werden Gefühle in meiner begründeten Meinung ausgeklammert. Daraus ergibt sich, dass Moral in einem Zustand ohne Subjektivität zu denken ist – ohne Wünsche oder Neigungen, die eine Handlung beeinflussen könnten. Von diesem Ausgangspunkt kommt man schnell zu kategorischen Imperativ bzw. ein Teil davon, die Universalformel. Sie besagt, dass man nur so handeln soll, dass das eigene subjektive Prinzip, nach welchem man selbst in moralischen Streitfragen handelt, zu einem allgemeinen Gesetz werden könne. Anders gesagt: Handle nur nach dem Prinzip, welches logisch immer noch funktioniert, wenn alle danach handeln. Diese „Universalformel“ des kategorischen Imperativs und weitere Formeln werden im weiteren Verlauf wichtig sein. Das eigene Prinzip nennt man auch Maxime und sie kann genau aus zwei Gründen scheitern. Entweder sie ist logisch nicht möglich oder sie scheitert an der praktischen Umsetzung. Dabei nennt man das erstere eine vollkommene Pflicht und das zweite eine unvollkommene Pflicht. Wichtig ist dabei: Eine vollkommene Pflicht steht immer über einer unvollkommenen.
Bevor ich auf Terri eingehe, beantworte ich die oben gestellten Fragen. Beginnen wir mit der zweiten. Diese geht auf das Kernthema des Beitrages ein: die Sterbehilfe. Gehen wir von einem Recht auf Sterbehilfe aus, impliziert dies im Umkehrschluss, dass Menschen dazu verpflichtet sind diese auch zu leisten und den betroffenen Personen zu helfen. Da „passiv“ und „aktiv“ in der Ethik ungefähr genauso klar definiert sind, wie das Wort “gleich” in der deutschen Sprache, gehen wir beispielhaft von der aktiven Sterbehilfe aus. Wie der Name schon sagt, beinhaltet eine aktive Sterbehilfe den aktiven Abbruch eines Lebens. Um Frage zwei beantworten zu können, müssen wir also nicht nur den Aspekt des Helfens, sondern auch den des „Tötens“ beurteilen. Hier kommt die Universalformel ins Spiel. Wird das Prinzip des Tötens verallgemeinert, wird schnell klar, dass ein allgemeines Gesetz des Tötens logisch nicht funktionieren könnte. Wenn jeder jeden tötet, hindert es mich selbst daran, jemanden zu töten – ein Beispiel hierfür zeigt der Film „The Purge“. In einer Nacht darf ganz USA jegliche Gesetze breche, unter anderem das Morden. Schnell wird aber klar, dass eine Erlaubnis für jeden zu morden, viele Menschen am Morden hindert. Das Prinzip des Tötens sorgt also dafür, dass es sich selbst zerstört. Hieraus lässt sich schließen, dass es als unlogisch definiert werden kann. Es ist also eine vollkommene Pflicht nicht zu töten. Wir erinnern uns, vollkommene Pflichten stehen immer über unvollkommenen. Das Helfen an sich ist eine unvollkommene Pflicht. Natürlich ist es unsere Pflicht, anderen zu helfen, dennoch führt die Missachtung dieser Pflicht zu keinem logischen Problem, sondern nur zu einem praktischen. Wenn jeder aufhören würde, anderen zu helfen, hindert mich das nicht daran, selbst zu helfen – bis ich irgendwann Hilfe brauche, die ohne das Verhalten anderer nicht mehr verfügbar ist, etwa im Falle von Rettungskräften in Notfällen. Ich beantworte Frage zwei also mit einem klaren “Nein”. Das Verbot zu töten ist stärker, als die Pflicht anderen Menschen zu helfen (Man erinnere sich an vollkommene und unvollkommene Pflichten). An sich wäre damit meine Meinung bezüglich der Sterbehilfe klar. Der Vollständigkeit halber, werde ich auch noch die erste Frage beantworten und somit weitere Begründungen liefern, warum der kontrollierte Tod unmoralisch ist.
Darf man also selbst entscheiden, wann und wo man stirbt? Klare Antwort: “Nein”. Selbst zu entscheiden, also Suizid zu begehen, ist äußerst unlogisch. Das Prinzip hinter dem Suizid lautet: “Man darf sich selbst umbringen, wenn das Leben Übel verspricht.”. Zur Prüfung dieses Prinzips benutze ich die Naturgesetzformel des kategorischen Imperativs: Wenn etwas als allgemeines Gesetz gelten kann, dann müssen wir es uns als eine Art Naturgesetz vorstellen können. Der Unterschied zwischen allgemeines Gesetz und dem Naturgesetz liegt vor allem in der Situation. Während beim allgemeinen Gesetz die Situation noch bedacht wird, wird beim Naturgesetz dies nicht getan. Das Übel in der Lebenssituation des Menschen wird also ausgeklammert. Auch hier haben wir das Problem des Selbstwiderspruches. Ein Leben, das sich selbst beendet, ist ein Leben, dass sich selbst widerspricht. Aber warum ist das so? Ein Suizid kann man auch als Mord aus Mitleid zu sich selbst definieren. Dies entspricht der Selbstliebe, welche dafür sorgt, dass man das Mitleid zu sich selbst bezüglich des bevorstehenden Übels überhaupt empfindet. Anders ausgedrückt: Selbstliebe ist die Liebe des Lebens zu sich selbst. Weshalb es logisch nicht gewollt sein kann, dass es selbst nicht existiert. Das Leben folgt dem Prinzip der Selbstliebe nicht mehr, welches das Leben überhaupt ermöglicht. Suizid ist also ein Selbstwiderspruch.
Auch die Selbst-Zweck-Formel des kategorischen Imperativs liefert eine Antwort. Diese besagt, dass der Mensch bzw. die Menschheit immer als Zweck und niemals als Mittel zu gebrauchen ist. Sie begründet nicht nur die Menschenwürde und unterscheidet den Menschen damit klar vom Tier, sondern auch das Verhalten zu sich selbst. Dadurch, dass man selbst auch Teil der Menschheit ist, muss man auch sich selbst und das eigene Leben ausschließlich als Zweck benutzt werden darf. Es darf beispielsweise keine Eigenausbeutung stattfinden. Aber auch Suizid verstößt gegen die Instrumentalisierung des Menschen. Hierbei instrumentalisiert der Mensch sein Leben, um die subjektive Neigung des Mitleids (siehe oben Definition Suizid) zu befriedigen. Er bringt sich um, um weiteres Leid zu verhindern. Das heißt nicht, dass ich diese Neigung nicht verstehe. Natürlich kann es extrem schwer sein in schwierigen Lebenslagen den Wunsch nach Suizid zu widerstehen. Dennoch bleibe ich bei meiner Meinung Suizid ist einfach nicht logisch. In einem Suizidfall ist der Zweck der Handlung die Neigung. Das Befriedigen des Mitleids. Das Mittel wiederum ist das Leben eines logisch denkenden Wesens, welches man sich selbst nimmt. Allerding ist die Vernunft aufgrund des Lebens entstanden und man benutzt somit Das Leben, also die Vernunft, um das Leben (also die Vernunft) abzuschaffen. Auch hier ist wieder ein Selbstwiderspruch entstanden und begründet somit wieder mal meine Verneinung der Frage eins.
Um es jetzt nochmal auf den Punkt zu bringen. Kontrolliertes Sterben in Form von Suizid oder Sterbehilfe lehne ich stark ab. Für mich widerspricht es allen Formen der Logik und ist somit unmoralisch. Wenn wir uns nun also Terris Fall anschauen, kann ich mit der größten Sicherheit sagen, dass ich egal unter welchen Umständen, Terris Wunsch der Sterbehilfe abgelehnt hätte. Ihre ursprüngliche Aussage sie wolle nicht weiterleben, wenn es zu einer Situation kommen sollte, die voraussetzt, dass sie an mehreren Kabeln angeschlossen wäre, ist in meinen Augen schon problematisch. Sie äußert hier einen klaren Wunsch der kontrollierten Beendung ihres Lebens und somit eine Art Suizid. Wie man an meiner Ablehnung bezüglich Frage zwei sehen kann, lehne ich auch eine Sterbehilfe klar ab. Allerdings muss ich auch zugeben, dass es so etwas wie eine passive Sterbehilfe zu meiner Zeit noch nicht gegeben hat. Wie schon oben erwähnt ist der Übergang zwischen aktiv und passiv sehr schwammig. Was zählt denn nun als aktiven Beenden von Leben? Den Stecker ziehen oder doch Gift verabreichen? Grund genommen macht es für mich keinen Unterschied. Es ist kontrolliertes Ableben und damit unmoralisch.
Man kann natürlich trotzdem den Aspekt der Autonomie einwerfen. Autonomie bedeutet soviel wie Selbstgesetzbildung. Das moralische Gesetz kommt demnach nicht von Gott oder vom Staat, sondern allein von uns selbst. Vor ihrem Unfall war Terri, als Mensch mit logischem Denken, auch dazu in der Lage ihre eigenen moralischen Gesetze zu bilden. Die Selbstgesetzgebung beschreibt nichts anderes als die Durchführung des kategorischen Imperatives. Hierbei muss man allerdings beachten, dass das Gesetz nicht aus dem Individuum an sich stammt, sondern von dessen logischem Denken (Vernunft). Jetzt sollte jedem klar sein, was dies im Zusammenhang mit Terri hießt. Terri hat sich eben kein logisches Gesetz gegeben, da ihr Wunsch nach dem Tod nicht dem logischen Denken entsprach. Die Frage der Autonomie von Terri ist also überflüssig. Die Selbstgesetzgebung (Autonomie) wahr schon 1988 nicht vorhanden
@BigThinker
Jeremy Bentham
Nun springen wir über zum Utilitarismus und schauen wie der Fall von Terri Schiavo aus utilitaristischer Sicht zu bewerten ist. Dafür muss zunächst erklärt werden, was der Utilitarismus überhaupt ist. Der Utilitarismus ist zwecksorientiert und beurteilt menschliches Handeln nach Folgen für das Gesamtwohl. Das Ziel ist also den größtmöglichen Nutzen für das Gesamtwohl rauszuholen, das heißt das Leid zu minimieren und die Freude zu maximieren. Dabei gibt es 4 Prinzipien auf die geachtet werden müssen: Das Konsequenzprinzip besagt, dass moralische Richtigkeit (Empfindung von Lust) durch deren Folge bestimmt wird. Das hedonistische Prinzip besagt, dass durch die Handlung Lust erzielt werden muss. Das universalistische Prinzip besagt, dass das Wohlergehen aller von der Handlung Betroffenen entscheidend ist. Zuletzt gibt es das Utilitätsprinzip, welches davon ausgeht, dass der Maßstab zur Beurteilung der Folgen der Nutzen ist. Zusammenfassend kann man als utilitaristischen Imperativ sagen: „Handle so, dass die Folgen deiner Handlungsregel für das Wohlergehen aller Betroffenen optimal sind!“ Jetzt wo geklärt ist, was der Utilitarismus überhaupt ist, stellt sich die Frage ob das Weiterführen der künstlichen Ernährung oder deren Einstellung in dem Fall von Terri Schiavo zu mehr Leiden oder Glück führt.
Zunächst einmal ist für die Beurteilung dieser Frage Terris Fehlen von Bewusstsein von großer Bedeutung. Da sie weder Schmerz noch Freude empfinden konnte, bedeutet dies im Grunde genommen, dass Entscheidungen wie die Aufrechterhaltung der künstlichen Ernährung für sie persönlich weder positiv noch negativ gewesen wären, sie also weder Glück noch Leid empfunden hätte. Michael Schiavo behauptete vor Gericht jedoch, Terri habe angeblich vor dem Unfall den Wunsch geäußert, im Falle eines unumkehrbaren Zustands nicht künstlich am Leben erhalten zu werden. Entspricht diese Aussage der Wahrheit könnte man argumentieren, dass eine Erfüllung dieses individuellen Wunsches aus der Perspektive des Utilitarismus also zu ihrem persönlichen Glück beitragen würde.
Betrachtet man die Folgen für Michael Schiavo, wird klar, dass für ihn die Einstellung der künstlichen Ernährung seiner Frau ebenfalls zu mehr Glück führen würde. Er würde nämlich der Entscheidung seiner Frau nachgehen, was ihn emotional erleichtern und ein reines Gewissen garantieren könnte. Die gesellschaftliche Kritik und persönlichen Drohungen die er danach bekam, können jedoch auch als eine Art Beeinträchtigung seines Wohlbefindens betrachtet werden. Der Konflikt zwischen ihm und seinen Schwiegereltern bedeutet für beide Seiten ebenso eine große Last und ein dauerhaftes emotionales Leiden. Hier hätte eine direkte Entscheidung für die Einstellung der künstlichen Ernährung das langfristige Leiden für Michael und für die Schindlers vermindert, denn so wie sich herausstellte war das Warten auf Besserung der Lage Terris im Endeffekt nutzlos. Es kommt nämlich hinzu, dass sich die Schindlers trotz der klaren Beweise, dass es keine reale Chance auf eine Heilung besteht, falsche Hoffnungen machten und so auch mit erheblichen Kosten für Therapien zu kämpfen hatten. Bei Einstellung der lebenserhaltenen Maßnahmen wäre für die Eltern das unmittelbare Leid zwar sehr stark gewesen, jedoch hätte sich dieses nicht so in die Länge gezogen, da sie sich mit der Zeit vermutlich damit abgefunden hätten, dass es Terris Wunsch war und sie so in Würde sterben würde. Was auch erwähnenswert ist, sind die gesellschaftlichen Umbrüche, Debatten und das politische Eingreifen des US-Kongresses und des Präsidenten durch diesen Fall. Auch hier kann man zum einen sagen, dass unnötige Spannungen durch das Herauszögern der Entscheidung entstanden sind, die der Patientin nicht geholfen haben. Zum anderen kann man sagen, dass dadurch erst gesellschaftliche Diskussionen über die Frage, ob die Ärzte die Wachkomapatientin Terri Schiavo hätten sterben lassen dürfen, aufgekommen sind. Durch diesen Fall, könnte in der Zukunft für Patienten in einer ähnlichen Situation, eine klare Entscheidung gefällt und zukünftiges Leiden verhindert werden.
@DichterDenker
Immanuel Kant
@BigThinker
Da bin ich ganz anderer Meinung! Es ist nicht sonderlich effektiv, die moralische Bewertung einer Handlung allein anhand ihrer Folgen festzumachen. Würde ich deine Theorie im Alltag praktisch anwenden, würden schnell logische Widersprüche deutlich werden. Wenn man nur die Folgen einer Handlung betrachtet und diese anhand der daraus resultierenden Menge an Freude oder Leid analysiert, wird selbst eine alltägliche Handlung, wie ein versehentliches Anrempeln, zu einem moralischen Dilemma. Sobald durch das Anrempeln auch nur ein Funken an Schmerz ausgelöst wird, überwiegt das Leid gegenüber der Freude, und die Tat wird als unmoralisch eingestuft. Im Falle von Terri könnte man ebenso argumentieren, dass ihre Eltern die Trauer über den Verlust ihres Kindes nie überwinden könnten, wodurch das Leid die Erleichterung überwiegt. Daraus lässt sich schließen, dass es nicht nur unzuverlässig ist, die Folgen einer Handlung vorauszusagen, sondern auch diese ohne Berücksichtigung der Intention zu bewerten.
Des Weiteren halte ich es für unvorstellbar, Terri als Person auf ein Mittel zum Zweck zu reduzieren. Der menschliche Wert ist absolut und darf unter keinen Umständen auf das Niveau eines bloßen Mittels herabgesetzt werden. Würde man allerdings Terris Leben beenden, nur um das Leiden ihrer Angehörigen zu mindern, würde genau das geschehen. Dies verstößt nicht nur gegen den absoluten Wert der Person, sondern auch gegen ihre Würde – und genau diese Würde ist es doch, die den Menschen so besonders macht. Terris Würde bleibt unabhängig von ihrem Gesundheitszustand oder Alter bestehen. Da sie denselben Wert wie ein gesunder Mensch besitzt, würde eine Sterbehilfe für Terri im Grunde auch den Tod der gesamten Menschheit, etwa von gesunden und jungen Menschen, rechtfertigen.
Moralische Prinzipien müssen, ebenso wie alle anderen Bereiche der Ethik, gut und logisch begründet sein. Logik definiert sich vor allem durch ihre Universalität und dadurch, dass sie von allen vernunftbegabten Wesen nachvollzogen werden kann. Das bedeutet, dass jeder Mensch, der logisch denkt, stets zum gleichen Schluss kommen sollte. Genau dies führt zu einer überzeugenden Ethik: Regeln, die für alle Menschen gelten und die sich autonom und durch logisches Denken herleiten lassen. Eine Ethik, die allein die Konsequenzen betrachtet und diese nach Freude oder Leid bewertet, macht sich von den Werten und Normen der jeweiligen Gesellschaft abhängig, da jede Kultur ihre Quelle der Freude unterschiedlich definiert. Ihr Engländer freut euch zum Beispiel deutlich mehr über Schwarztee als wir Deutschen.
@BigThinker
Jeremy Bentham
@DichterDenker
Das sehe ich nicht so. Unsere Vernunft ist nicht das, was uns ausmacht. Es gibt so viel mehr. Nehmen wir beispielsweise die Tiere. Du siehst sie als niederrangige Wesen, weil sie keine Vernunft besitzen. Dabei sind sie uns doch so ähnlich. Sowohl Tier als auch Mensch besitzen das gleiche Schmerzempfinden. Würden wir nur nach deiner Vorstellung von Vernunft argumentieren, wären auch Säuglinge und Menschen mit Behinderungen von niederem Rang. Wenn wir also das Leiden der Tiere beenden dürfen, können wir meiner Meinung nach auch unser eigenes Leiden beenden, denn wir sind alle gleich.
Nicht nur das! Was ist denn mit den Gefühlen der Angehörigen? Wenn Terris Leben nicht irgendwann ein Ende findet, werden die Eltern sich bis zu ihrem Lebensende an Hoffnungen klammern. Die Enttäuschung wird von Mal zu Mal größer und verschlimmert nur das psychische Leid der Angehörigen. Terri selbst hat kein Bewusstsein mehr, und somit liegt der Fokus auf dem Leid und der Freude der Angehörigen. Es wäre gefühllos, diese bis an ihr Lebensende leiden und hoffen zu lassen, obwohl man weiß, dass es keine Veränderung in Terris Zustand mehr geben wird. Des Weiteren ist der Fall viel zu komplex, als dass man ihn in starre Regeln wie deinen kategorischen Imperativ zwängen könnte. Terris Schicksal erfordert eine individuelle Beurteilung der Beteiligten, die alle unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen. So könnten Terris Eltern eine instabile Psyche haben und eine weitere Enttäuschung in Bezug auf Terris Behandlung nicht mehr ertragen. Leben und Tod sind Themen, die man nicht in allgemeine Regeln fassen kann. Dafür sind sie einfach zu komplex und emotional.
@Anna-Lena
Anna-Lena Rackebrandt
Terris Fall verwirrte mich seit dem ersten Augenblick. Nicht nur die kleinen Einzelheiten in der chronologischen Abfolge, sondern auch die Tiefe des moralischen Dilemmas erschwerten es mir, eine klare Meinung über den Fall zu bilden. Es fühlte sich so an, als gäbe es viel zu viele Ebenen, die man in Betracht ziehen musste, sowohl psychologisch als auch ethisch. Der Fall ist fast symbolhaft für die beiden Parteien, die sich entgegenstehen: Zum einen die Eltern, die strikt an das Leben ihrer Tochter glauben und es um jeden Preis beschützen wollen, und zum anderen der Ehemann, der sich schweren Herzens für den Wunsch seiner Frau entschieden hat. Wortwörtlich ein Kampf zwischen Leben und Tod.
In meinen Augen sollte jedes Individuum das Recht haben, über sein Leben und seinen Tod zu bestimmen. In unserer heutigen Gesellschaft gibt es bereits Methoden, um die Haarfarbe des Kindes im Voraus zu bestimmen. Sogar die Augenfarbe kann man sich mittlerweile im Katalog heraussuchen. Wenn wir schon in die Entstehung des Lebens eingreifen, warum sollten wir dann nicht auch in dessen Beendigung eingreifen? Ich kann verstehen, dass viele das Leben als Geschenk ansehen. Es kann schön und erfüllend sein, umgeben von seinen Liebsten, und die Erfüllung der schönsten Träume zu erleben. Dennoch muss man leider auch akzeptieren, dass dies nicht für jede Person der Fall ist. Wenn ich mir vorstelle, wie Menschen mit unsagbaren Schmerzen in Krankenhausbetten liegen und an Schläuchen und Kabeln angeschlossen sind, dann kann ich mir nichts Schlimmeres vorstellen. Es mag eine radikale Sicht der Dinge sein, doch oftmals dient die künstliche Lebenserhaltung allein zum Trost der Angehörigen. Solange eine physische Hülle des geliebten Menschen vorhanden ist, klammert man sich schnell an die kleine Hoffnung, dass dieser noch ein Fünkchen Leben in sich hat. Man kann nicht ganz realisieren, dass man mit einer Hülle spricht, die dies gar nicht mehr begreifen kann oder vielleicht auch nie mehr antworten wird. Es mag ein Trost sein, in das Gesicht zu blicken und zu beten, doch es birgt den Nachteil, dass das Leid des Patienten verlängert und die endgültige Trauer der Angehörigen aufgeschoben wird. Terris Fall berührte mich vor allem, weil Michael den mutigen Schritt gegangen ist, seine Frau endlich loszulassen. Er hörte auf, die Hülle seiner Frau als den früheren Menschen zu betrachten, und stellte sich seiner Angst und der eiskalten Realität, dass er seine Terri schon 1990 verloren hatte. Michael nahm den großen Schritt und stellte seine privaten Wünsche zurück, um seine Frau zu befreien.
Obwohl ich überzeugter Kant-Fan bin und es wenig gibt, bei dem wir uns widersprechen, kann ich bei dem Thema Sterbehilfe die Vernunft nicht gewinnen lassen. Vielleicht liegt es an dem Fortschritt der Psychologie, auf den er noch keinen Zugriff hatte, dass ich eine Erlösung für den Patienten, aber auch für die Psyche aller Angehörigen als logisch und sinnvoll betrachte. Ich bin der Überzeugung, dass es zumindest eine Möglichkeit der Sterbehilfe geben sollte. Unter der Bedingung, dass sowohl psychische als auch physische Untersuchungen gründlich durchgeführt werden, sollte jeder Mensch das Recht haben, sein Leben zu beenden. Solange mit größtmöglicher Sicherheit gesagt werden kann, dass ein Patient dies auch wirklich möchte, sehe ich jede Art von Sterbehilfe als moralisch nicht verwerflich an.
@Tselder
Luca Steinmeier
Im Bezug auf diesen Fall finde ich, dass die Sterbehilfe sehr gut ist. Bei Tieren funktionierts ja auch also warum dann nicht beim Menschen. Ich verstehe es sehr gut, wenn Menschen der Meinung sind dass sie sterben wollen. Durch die Sterbehilfe können viele Menschen von ihrem Leiden erlöst werden. Wenn man todkrank ist, keine Hoffnung auf Genesung hat und die ganze zeit nur am Leiden ist, dann ist die Sterbehilfe noch ein besseres Ergebnis als einfach nur vor sich hin zu rotten. Aus meiner Sicht ist der Freitod besser und würdevoller als einer, in dem man ständig am Leiden ist. Und wenn Sterbehilfe nicht existent ist, finden die Menschen immer noch einen Weg um sich selbst das Leben zu nehmen und dieser ist nicht immer sehr schön… hust hust… Bahn… Außerdem darf man die Dinge auch nicht immer emotional sehen, sondern muss sie aus einem anderem, rationalen Blickwinkel sehen.
@Marwa
Marwa Akil
Der Fall von Terri Schiavo hat viele Menschen zum Nachdenken über das Thema Sterbehilfe angeregt. Dieser Fall ist ein Beispiel dafür, wie kompliziert und schmerzhaft Entscheidungen über das Leben und Sterben eines Menschen sein können. Hierbei geht es nicht nur um die emotionalen “Kämpfe” der Angehörigen, sondern auch um das Recht auf Selbstbestimmung wenn es hart auf hart kommt. Terri Schiavos Geschichte und die Auseinandersetzungen über ihre Behandlung zeigten, wie wichtig es ist, dass Menschen die Möglichkeit haben, im Voraus über ihre Wünsche zu entscheiden, damit keine Missverständnisse oder Konflikte auftreten.
Die Diskussion über Sterbehilfe ist weit verbreitet und die Frage, ob diese nun moralisch gerechtfertigt bzw. vertretbar ist, steht bis heute noch offen, da man sich hierbei nicht einig ist. Jedoch sollte jeder Mensch das Recht haben, über sein eigenes Leben und die Art und Weise, wie er sein Leben beenden möchte, zu entscheiden. Die Vorstellung, dass jemand gegen seinen Willen oder ohne klare Zustimmung am Leben erhalten wird, ist für viele eine belastende Vorstellung und wird von vielen hinterfragt. In Fällen wie dem von Terri Schiavo, wo keine Aussicht auf Besserung und keine Lebensqualität mehr gegeben sind sondern nur noch die Maschinen für “Leben “ sorgen, sollte das Recht auf Selbstbestimmung im Vordergrund stehen. Bei dieser Frage geht es hauptsächlich um die individuelle Ansicht der Menschen und wird deshalb auch unterschiedlich wahrgenommen. Sie kann von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst werden, wie zum Beispiel der Religion, welche für viele Menschen ein entscheidender Punkt ist und eine wichtige Rolle in Situation wie diesen spielt.
Nachdem wir uns den Fall von Terri Schiavo angesehen haben bin ich der Überzeugung, dass moralisch betrachtet die Sterbehilfe auf jeden Fall eine Option sein sollte, wenn sie in einem gut regulierten Rahmen erfolgt, der sicherstellt, dass die Entscheidung wohlüberlegt ist und auf dem freien Willen des Betroffenen basiert. Es ist wichtig, dass Menschen, die sich in einer solchen Situation befinden, die Möglichkeit haben, ihre Wünsche klar zu kommunizieren und dass diese Wünsche respektiert werden, auch wenn sie nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu äußern.
@alena
Alena Saktan Muniz
Es gibt viele Menschen, die wie in dem Fall von Terri im Wachkoma liegen und nur durch lebensverlängernde Maschinen am Leben erhalten werden können. Und tagtäglich leiden dadurch Familien und Freunde, die nicht wissen, ob es der Person jemals wieder besser gehen wird. Das liegt daran, dass Fragen wie – Ist die Sterbehilfe moralisch vertretbar? Ist es ganz sicher, dass diese Person leidet, dass es nicht mehr besser wird und dass sie so nicht mehr leben möchte? Können wir die Entscheidungen zur Sterbehilfe für bestimmte Menschen treffen, die diese Entscheidung nicht selber treffen können? – in der Gesellschaft noch sehr umstritten und noch nicht klar festgeschrieben sind.
Manche Menschen sehen in dieser Situation nur eine Lösung: das Abschalten der Maschinen, um sich und der betroffenen Person endlich Frieden zu schenken. Andere wiederum, sind der Meinung man solle nicht eingreifen und den natürlichen Tod akzeptieren. So gibt es viele religiöse Menschen, die zum Beispiel nach dem Gebot „Du sollst nicht töten“ leben und sogar Ärzte, die gegen die Sterbehilfe sind, da es gegen ihren ärztlichen Eid spricht Menschenleben zu beenden. Ich persönlich denke, in bestimmten Fällen, wie in dem Fall von Terri, ist Sterbehilfe durchaus moralisch vertretbar. Sie bedeutet meiner Meinung nach nicht nur eine Entlastung der Psyche der Beteiligten, sondern auch ein sanfteres Ableben und das Vermeiden von unnötigem Leid. Jeder Mensch sollte unabhängig und frei entscheiden dürfen, wann und wie er sterben will. Natürlich ist dies nicht immer möglich, da Patienten die im Koma liegen offensichtlich keine Chance haben, ihre Meinung zu äußern. Jedoch sollte man sich hier auch bemühen, die Entscheidung so zu treffen, dass das Leiden der Patienten und der Beteiligten möglichst niedrig ist. Durch gezielte Fragen wie – hat die Person bisher seine Meinung zur Sterbehilfe geäußert? Welche Interessen haben andere Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind, sich aber noch äußern können? Was sagen uns Leute, die die betroffene Person gut kennen? – kann jeder Einzelfall genau untersucht und ein Urteil gefällt werden. In dem Fall von Terri bin ich zum Beispiel der Meinung, dass man schneller die lebenserhaltenen Maßnahmen hätte einstellen sollen, da ihr Mann ja wusste, dass ihr eigentlicher Wunsch in so einer Situation die Sterbehilfe ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich die Sterbehilfe befürworte. Jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen: die Betroffenen sollten vernünftig aufgeklärt werden und sich den Folgen bewusst sein, welche die Sterbehilfe mit sich bringt. Sie sollten aber auch ihren freien Willen geäußert haben, sodass ein möglicher Missbrauch verhindert wird.